Donnerstag, 28. Juli 2011

Der Löwe aus der Röhre

Kleine Kinder in der Röhre ... das ist für die Eltern am schlimmsten. Denn, die Kinder bekommen nichts mit, durch die Vollnarkose. Ist auch besser so, denn sogar im Wartebereich kann man das schreckliche Geräusch hören. Da sitzt man dann ... hat so viel Zeit zum grübeln.
Oder ... so wie ich. Irgendwann redet man die andere Mama an, die sichtlich allein, verzweifelt, traurig, ängstlich eine Zeitung (von der Art die ich nie begreifen werde....) in der Hand hält, draufschaut aber gar nicht liest.
Ich hab die Tochter ja vorher schon gesehen. Eine ganz niedliche, hübsche Vierjährige!
"Was fehlt ihr denn bloss?" hab ich gedacht.
Die Mama war froh, dass ich einfach "Hallo, ist schlimm diese Warterei!" gesagt haben. Sie hat geredet und geredet ... und ich natürlich auch.
Tja und am Ende hab ich ihr von der Kuscheltier-Sonnenschein-Armee erzählt. Sie will mal hier vorbeischauen. Ich darf aber erzählen, dass die Kleine auch Epilepsie hat.
Die Medikamente helfen nicht wirklich. Ständig kommen Krampfanfälle. Beim Frühstück, im Kindergarten, beim Einkaufen...dann wieder tagelang nichts. Die Hoffnung keimt auf "es ist vorbei".....um dann wieder kaputt gemacht zu werden durch den nächsten Anfall.
Nun weiss ich ja, dass auch bei der Süssen keine Tumor oder ähnlich Schlimmes gefunden wurde. Gott sei Dank! Doch das Leben mit den unberechenbaren Anfällen geht auch in dieser Familie weiter.
Der Lowe?
Den bekommen die Kinder nach dem MRT. Da schlafen sie ja noch in der Narkose. Wenn sie aufwachen sitzt der Löwe schon da ..
Robert war so grantig und böse, dass er ihn erstmal weggeschubst hat, angeschrien.
Die kleine Maus war eher weinerlich und hat ihn gleich fest an sich gedrückt.

7 Löwen sind am Montag an den  Betten gesessen. 7 Kinder mit epil.Anfällen.
7 Löwen sitzten jetzt in Kinderzimmern. Auch Roberts Löwe darf nun hiersein und wird gedrückt.

Ein Vater :"Den mag ich nicht. So ein blödes Tier.... ein gesundes Kind wäre mir lieber!" packt den Löwen und stellt ihn aufs Fensterbrett im Aufwachraum.
...lieber Vater, hoffentlich verstehst Du irgendwann die Geste der Ärzte. Aber wenn Du Deine Wut über die Krankheit Deines Sohnes an dem Löwen auslässt .... auch gut .. wenn Du dann für Deinen Sohn wieder Nerven hast, ihn das nicht spüren lässt.

Kommentare:

Hesting hat gesagt…

Also, ich finde den Löwen ganz wunderbar. :)

Ja, leider kann man Menschen nicht vorschreiben, wie sie mit ihren besonderen Kindern umgehen sollen. Das hast Du ja im Bayrischen Wald schon gemerkt.

Der kleinen Mitpatientin wünsche ich auch alles Gute!

Niklas hat gesagt…

Die Idee mit den Löwen finde ich schön. Uns allen wäre lieber, sie könnten unseren Kindern helfen. Aber manchmal geht es nicht - oder zumindest nicht gleich.
Niklas hat in Graz immer nach den OP´s eine Tapferkeitsurkunde geschenkt bekommen. Für seinen außergewöhnlichen Mut. Eine davon hängt in seinem Zimmer. Und jedes Mal wenn ich sie ansehe muss ich lächeln und bin ganz stolz auf unseren kleinen Mann!

Elisabeth danke, dass du hier schreibst. Die Kuscheltier-sonnenschein Armee ist eine grossartige Idee gewesen!

Postpanamamaxi hat gesagt…

Manchmal denke ich, dass unsere Kinder viel tapferer sind als wir Erwachsenen.
Der Löwe ist toll.
Aber zu Lämmern und Löwen habe ich Dir bereits geschrieben...vielleicht ist dieser Löwe auch ein Startzeichen für Dich.

Ich bin so dankbar, dass meine Jungs bislang so fit und unkompliziert sind, was Krankheiten betrifft. Aber gerade deswegen gucke ich nicht weg und mach mich schlau, um richtig reagieren zu können, wann man eine beherzte helfende Hand braucht.

FLORA VON BISTRAM hat gesagt…

Der kuschelige Löwe als eine Art zu sagen, Ihr seid stark wie Löwen und das sollen auch die Eltern so sehen, denn nur ihr Kämpfen gibt den Kindern die Möglichkeit, auch wenn die Familie immer wieder Kraft aus den Kindern bekommt

Ganz herzliche Grüße, weiter viel Freude und Kraft.
Liebe Grüße
Flo
Schaut doch mal auf meine entstehende Kinderseite, vielleicht ist da etwas bei.
http://mimiathome.jimdo.com/
Außerdem wird wohl in diesem Jahr das Buch Melly erscheinen, in dem die Hauptperson ein kleinwüchsiges Mädchen ist, das mit Freund Paul Abenteuer im "Anderland" besteht