Samstag, 29. Januar 2011

Glückskatze

Danke, Mandy für Deine Mail.
Es ist eine besondere Katze, die Du aus Traurigkeit und Hoffnung genäht hast.
Du schreibst, sie soll anderen Freude machen, Kraft geben und ein bisschen Glück in den Tag bringen.
Ja, Deine Katze hat mir ein Lächeln gezaubert.

All die Hoffnung und Zuversicht und Freude brauchst Du und Deine Familie ja selber, nach den traurigen Ereignissen. Und dann verteilst Du sie ... das hat mir noch mehr Lächeln gezaubert.
Ich darf hoffentlich hier schreiben, dass Deine Emily Epilepsie hat. Und ich freu mich mit Euch mit, dass sie laufen kann. Man darf den Ärzten wirklich nicht alles glauben. Ja, und die Hoffnung soll man auch nicht aufgeben. Ich wünsche Ihr, dass sie weiterhin viel Spass in der Schule hat. Dass sie als Euer Sonnenschein immerwieder das Lächeln zu Euch bringt. Du hast so lieb von Deiner Tochter geschrieben.
Mandy hat auch ein Blog. Sie züchtet Katzen. Schaut mal hier vorbei.. So liebe Mitbewohner tun sicher auch Eurer Emily gut, oder?
Ich freu mich, dass Du mir gemailt hast, und dass wir Deine Glückskatze mitten unter uns im Kuscheltier-Sonnenschein-Blog haben dürfen. Ihr gehört dazu!

Samstag, 22. Januar 2011

das behinderte Schaf, Teil 2

Ich hab die Kinder nochmal getroffen. Und wir haben uns lang am Gartenzaun unterhalten.
Ich hoffe und wünsche mir, dass die Kinder (es waren viele, die sich am Gepräch beteiligt haben) das Wort "behindert" nicht mehr so gedankenlos verwenden.
Es ist schon so wie auch Tanja kommentiert. Es wird unüberlegt gesagt, es ist die heutige Jugendsprache, die Kinder haben gar kein Bewusstsein für die Menschen mit Behinderung....
Und wir Eltern sind tatsächlich ganz und gar betroffen, fühlen uns wahrscheinlich empfindlich angegriffen .... weil wir mittendrin sind!
Wir haben Kinder mit Behinderungen, mit Unnormalitäten, mit Anderssein.
Es klingt schon so negativ, wenn man es schreibt.
"Besonderheiten" wäre mir lieber.
Und deshalb ist Robertina nun nicht mehr das behinderte Schaf
Sie ist das besondere Schaf.
.....und ich muss gut aufpassen auf sie. Hier wohnen Kinder, die sie gerne haben möchten!
Doch sie ist nun mein Kuscheltier.

"Gespräche am Gartenzaun" waren das gestern.
Es waren gute Gespräche mit Kindern von der Grundschule. So nach und nach kamen immer mehr dazu...
und am lustigsten fand ich dann den Blick vom Rektor der Schule. Er fuhr mit dem Auto vorbei ... und weiss ja nun nicht, was das für eine Versammlung war.
Ob er am Montag nachfragen wird?



Freitag, 21. Januar 2011

das behinderte Schaf

Dienstag, 8.15 Uhr
Ich geh über die Ampel einer vielbefahrenen Strasse. Ich möchte mir eine Zeitung holen.
Auf dem Weg zum Zeitungsständer war mir so, als ob ich etwas gesehen habe, nicht richtig registriert und mich aber jetzt gedanklich damit beschäftige?
Rückweg mit den Gedanken bei der Schlagzeile in der Zeitung.
Ich drück die Ampel, geh los bei GRÜN. Steh vorm Gartentor ... da war es wieder. Steh am Strassenrand und schau:"Was liegt da mitten auf der Fahrbahn?"
Ein Auto fährt drüber, nocheins ....
Ich drück die Ampel, geh bei GRÜN heb das "etwas" auf .... und steh dann wieder am Strassenrand mit einem total verschmutzten, plattgefahrenen Schaf? in der Hand.
Mit mir sind drei ca.10jährige Buben über die Strasse gelaufen.
"Warum hebst Du das auf? Das liegt da schon tagelang. Was willst Du mit so einem BEHINDERTEN Teil?"
Ich kann nicht beschreiben was mir dann wie Blitze durch den Kopf ist.
Ich hab dieses nasse, kleine Etwas mit reingenommen, vorher die Buben noch mit einem für sie wahrscheinlich "die spinnt doch"-Blick angeschaut.
Hm, und nun war dieses Etwas in der Waschmaschine, 2 Mal. Im Trockner ... nur 1 Mal.
Und wurde dann am Ohr hinten, am Popo, am Fuss von mir zusammengenäht.
Es hat einen Schal aus der Seidenwolle von Susannes Mütze bekommen.
Und da sitzt es nun, bereit zum Fototermin!
Mein BEHINDERTES Schaf!
Darf ich vorstellen:
ROBERTINA, die Zähe! die Kuschelige, die Unkaputtbare, die Freundin von mir! Sie wird mich ab jetzt begleiten. Ich hab sie an meinem Schlüsselbund. Sie wird überall dabei sein.
Warum nur sagen Kinder das Wort "behindert" in solch einer Situation?
Ich wäre nicht Elisabeth, wenn das für mich ein Ende hätte. Ich geh nun raus, und steh an der Ampel. Mit Robertina. Und dann frag ich die Buben genau das!

Sonntag, 16. Januar 2011

Die Kuscheltierarmee von Chaostochter ist riesig ...

Danke, liebe Chaosmama, dass Du die Zeilen Deiner Tochter aufgeschrieben hast, und dass ich sie nun mit Bild veröffentlichen darf.

Und das hat Chaostochter Ihrer Mama diktiert:
"Mein Teddy habe ich bekommen als ich ein Baby war. Das erste Wort das ich sprach war Teddy. Auch wenn es ein Schaf ist heißt er Teddy. Er gibt mir ganz viel Kraft, er hört mir zu wenn ich ein Geheimis habe, er tröstet mich und er hat schon ganz viel mit mir erlebt. Mein Teddy ist mein Sonnenschein, ohne ihn wäre ich sehr sehr traurig. Teddy hat noch viele Freunde, die meisten liegen mit in meinem Bett, aber viele sitzen auch unter den Bett. Ich habe nämlich ein Hochbett. Als Mama einmal krank war und ganz lange im Krankenhaus lag, kam Fieny zu mir. Das ist das kleine weiße Lämmchen auf dem Foto über meinem Kopf. Fieny ist Teddys besten Freundin und nun müssen beide immer mit, wenn ich mal woanders schlafe. Sie wären sehr traurig und würden sich sehr vermissen, wenn ich nur einen mitnehmen würde. Ausserdem könnte ich dann nicht schlafen, denn Teddy und Fieny passen auf mich auf.
Wer auch noch ganz wichtig ist, das ist Max, der liegt auf dem Foto auch an meinem Kopf. Max ist eine Spieluhr und die hörte ich mir schon an, als ich noch in Mama`s Bauch war. Max mag aber am liebsten zu Hause bleiben. Er kommt nicht mit wenn wir woanders schlafen. Er bewacht dann mit den anderen Kuscheltieren unser Haus. Max ist nämlich der Stärkste. So, das wollte ich Euch erzählen.
Liebe Grüße auch an den Robert von der Chaostochter. Ich habe gesehen wie er gestrichen hat, das fand ich toll. Im Sommer haben wir auch mein Zimmer gestrichen, da habe ich auch geholfen.
Das reicht jetzt aber wirklich und ich muss jetzt ins Bett zu Teddy, Fieny und Max. Tschüüüüüüssss!"

Liebe Chaosmama, das ist so ein schöner Text. Danke, dass Du ihn mir gemailt hast, und ich werde immerwieder auf Euer Blog kommen. Da gefällt es mir nämlich gut, und Euer Blogname "Herzlichchaotisch" ist passend für Euch.

Freitag, 14. Januar 2011

Anfang und Ende

Valentina
Cain
Nico Drei Kinder, die nicht mehr bei uns auf der Erde sind.
Valentina in Liebe gebettet für wenige Stunden bei Ihrer Familie
Cain, für uns unvorstellbar, dass er so viel Leid erleben musste in seiner kurzen Erdenzeit.
Nico, ein geistig behindertes Kind wurde nach langer Suche tot im Hof der Pflegeeltern gefunden.

Drei Kinder stehen hier stellvertretent für so viele tausend andere Kinder, die
heute nicht mehr unter uns sind.
In Haiti, wo nur wenigen Kindern wirklich geholfen wurde
In den Kriegsgebieten dieser Erde
In Afrika, wo noch immer unvorstellbarer Hunger und Leid herrscht
In Europa, wo auch diese Woche wieder behinderte Kinder abgetrieben wurden.

Ja, vielleicht kann grad die letzten Kinder kaum einer akzeptieren. Doch ich bin und bleibe der Meinung, dass ich nie z.B. meinen Robert abgetrieben hätte, wenn während der Schwangerschaft "die Gründe dafür, dass er behindert sein wird" gefunden worden wären.
Ich bin auch froh, obwohl ich weiss, dass viele sogar in unserer Familie und Freundeskreis den Kopf schüttelten, dass meine Tochter vor einem Jahr ein ganz klares "Ja" zur ihrem behinderten Kind gesagt hat. Der Weg war schwer. Der Weg war unfassbar traurig. Der Weg war "so unfair" (Susannes Empfinden)
..... und doch sagt meine Grosse, dass sie glücklich war und ist, dass nicht durch ihre Entscheidung das Leben ihres Kindes beendet wurde. Die grosse Trauer ist noch immer, weil das Baby Julian die Geburt nicht überlebt hat.
Ja, ich verneige mich wirklich vor Frauen, die "Ja" zum Kind sagen.
.....
und ich weiss um das viele Leid, das Kinder auf dieser Welt aushalten müssen.
Ich allein kann nur kleine Schritte machen, dass es besser wird. Für die Kinder, die unerwünscht, behindert, gequält, ungeliebt, allein gelassen .... etc. werden.
Dieses Blog ist für mich einer der kleinen Schritte
Ich freu mich, dass Ihr mitgeht.
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Ich hoffe, dass die Kinder sanft ruhen in Gottes Hand. In Geborgenheit.
Und ich bitte darum, dass die Kinder denen es nicht gut geht nicht vergessen werden, dass sich schützende Hände finden ... schon hier auf der Erde.

Sonntag, 9. Januar 2011

Kleiner Schneemann

Mit grossem Schneemann-Beschützer.
Ein junger Mann mit einer psychischen Erkrankung hat uns die Schneemänner in die Kuscheltier-Sonnenschein-Armee geschickt.
Er schrieb in der Mail, dass er nach "Armee" gegoogelt hat und dann auf dieses Blog kam.
Und da blieb er dann erstmal hängen, und hat gelesen, von Anfang bis Ende.

Er schrieb, dass er sich nicht näher über seine psychische Erkrankung auslassen möchte, weil er ja gar nicht weiss, ob wir im Blog das auch meinen. Aber der Schneemann soll, wenn wir mögen hier eingestellt werden mit dem Satz:
"Ich bin ein grosser Schneemann, fühl mich aber oft wie ein kleiner Schneemann. Alle grossen und kleinen Schneemänner, Papas, Mamas, Kinder, Omas, Opas sollten einmal grosser, einmal kleiner Schneemann sein dürfen! Und das wünsche ich Euch für das Jahr 2011. Nie allein, immer zu zweit oder mehr, grosse Hilfe, wenn Ihr klein seid. Schöne Aktion ist das hier. Würd mich freuen, wenn ich mein Schneemann in gross und klein hier finden darf."
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Danke, lieber M. für den Schneemann in gross und klein. Und jetzt verrate ich Dir was! Ich weiss wie kuschelig diese Schneemänner sind. Das Christkind hat mir nämlich solch ein Kissen gebracht. Als ich das Bild in der Mail sah, hab ich mich gewundert. Und ich lade Dich ein, gerne mehr über die psychischen Erkrankung zu erzählen. Ich weiss ja auch schon ganz viel darüber. Warum? Weil ich auch einen jungen Mann als Sohn habe, der durch einen Unfall "anders" wurde, und nun durch die Auswirkungen .... psychisch krank!
Liebe Grüsse, und Danke für die Mail und den Mut uns zu schreiben.
Elisabeth